la vida – Fotografin auf Reisen

Mein Reisefilm: Winter im hohen Norden mit AIDAcara

Schon lange träumte ich davon einmal Nordlichter zu sehen und zu fotografieren. Da die Nordlichter überwiegend im Winter in den skandinavischen Ländern vorkommen, musste ich mich wohl auf eine Reise in kalte Gebiete einlassen. Ich war wirklich der totale Winter-Hasser, aber Nordlichter waren es mir wert. Auf der Norwegen-Kreuzfahrt „Winter im hohen Norden“ mit AIDAcara im Februar und März diesen Jahres sollte dieser Traum dann in Erfüllung gehen.

Die Kreuzfahrt startete in Hamburg ganz klassisch bei typisch norddeutschem Nieselregen. Der zweite Reisetag war ein Seetag. Das Wetter war nicht sehr viel besser als am ersten Tag, es war recht diesig, aber das machte mir zunächst nicht viel aus. Ich redete mir das schön und sagte mir: „Je schlechter es hier ist, desto schöner ist es bestimmt hoch im Norden, wenn die Nordlichter rauskommen.“ So ließ ich den ersten Seetag ganz ruhig angehen, erkundete das Schiff, beobachtete andere Passagiere und kam einfach zur Ruhe…

Der erste Hafen in Norwegen war Haugesund. Vor Beginn der Reise buchte ich bereits über AIDA einen Ausflug zum Akrafjord und dem Langfoss Wasserfall, mit 612m Höhe einer der höchsten Wasserfälle. Das Wetter war zwar immer noch etwas grau, nur zwischendurch kam etwas blauer Himmel durch, aber das tat der schönen Landschaft keinen Abbruch. Wir wurden vom Hafen abgeholt und fuhren mit dem Reisebus zum Fjord. Schon allein die während der Fahrt an uns vorbeiziehende Landschaft war toll. Hätte ich hier einen eigenen Mietwagen gehabt, wäre ich vor lauter Fotostopps wahrscheinlich nie angekommen! Am Fjord machten wir eine Bootsfahrt entlang des Wasserfalls, der für mich eher ein „Wasserrutsch“ war, weil das Wasser den Felsen entlang in den Fjord rutschte. Aber wunderschön war es trotzdem, vor allem die bunten Häuser direkt am Fjord gefielen mir! Nach der Bootsfahrt bekamen wir in einem kleinen Lokal ein leckeres norwegisches Mittagessen und wurden dann mit einem Zwischenstop bei einer Künstlerin zurück zum Schiff gebracht.

Nach der Überquerung des nördlichen Polarkreises mit einer feierlichen Polarkreistaufe an Bord erreichten wir den Hafen von Bodø. Da die Stadt recht überschaubar ist und wenig zu bieten hat, buchte ich über AIDA einen Transfer zum Saltstraumen, dem stärksten Gezeitenstrom der Erde. Wenn die Strömung am stärksten ist, wird das Wasser mit bis zu 40 km/h durch den Sund gepresst – und genau zu der Zeit war ich dort. Es war wahnsinnig beeindruckend anzusehen. Zum Glück hatte ich vor Ort genug Zeit und so ging ich auch noch auf die Brücke um mir das Spektakel von oben anzusehen, was für mich deutlich interessanter war als vom Ufer aus. 

Wie spannend ein Seetag in Norwegen sein kann, lernte ich am nächsten Tag kennen. Ich hätte es wirklich nicht gedacht! In warmen Gebieten (z.B. in der Karibik) verbrachte ich die Seetage damit in der Sonne auf dem Pooldeck zu entspannen und zu lesen. Von einem Seetag im kalten Norwegen befürchtete ich das schlimmste, vor allem da das Schiff verglichen mit den größeren AIDA-Schiffen weniger anbot und keine gemütliche Lounge mit Ausblick hatte wie ich sie z.B. von der AIDAbella kenne. Dementsprechend packte ich einige Bücher, viel Musik und mein MacBook ein. Den traumhaft sonnigen Seetag verbrachte ich abwechselnd mit einer heißen Schokolade in der Bar (ich war so glücklich, dass ich einen Fensterplatz ergattern konnte!) und mit der Kamera auf dem sonnigen Pooldeck. Die Fahrt führte mich durch eine wunderschöne schneebedeckte Fjordlandschaft mit Brückendurchfahrten, bei denen wir teilweise nur einen Meter über dem Schornstein Platz hatten. Bei dem Sonnenschein und der vorbeiziehenden Landschaft kam es mir vor lauter Faszination auch gar nicht sooo kalt vor. Dabei hatte ich lediglich einen Pulli an, weil ich immer wieder aus der Bar mit der Kamera schnell nach oben rannte. Hätte ich erst noch den Mantel aus der Kabine geholt, hätte ich womöglich das Schönste verpasst ;-) Ich genoss den Tag und guckte immer wieder nach draußen bis wir schließlich am Nachmittag den Hafen von Tromsø erreichten.

In Tromsø lag die AIDAcara über Nacht, dies wollte ich optimal nutzen und buchte über den privaten Anbietern ScanAdventure einen Nordlicht-Ausflug. Am Abend wurde ich mit ein paar anderen Reisenden vom Hafen abgeholt und zum Office gebracht. Dort hatten wir die Möglichkeit uns mit besonders warmer Kleidung zu versorgen. Da ich mich bereits gut ausgestattet hatte, fürchtete ich nicht zu frieren, packte aber auf Nummer sicher noch einen Skianzug ein (diesen brauchte ich aber tatsächlich trotz -10 Grad nicht!). Dann startete in einer kleinen Gruppe unsere Jagd nach dem Polarlicht. Karina war der perfekte Tour-Guide! Sie gab sich sehr viel Mühe, dass wir eine tolle Nacht haben. Sie erzählte uns viel über Norwegen und die Nordlichter, versorgte uns mit kleinen Snacks, hielt immer wieder Ausschau nach Nordlicht-Aktivität und machte schnellstmöglich einen Stopp, sobald sie Aktivität am Himmel sah. Wo sie schon Nordlichter sah, sah ich zunächst im Grunde nichts. Aber sobald sich meine Augen dran gewöhnten, erkannte ich den grünen Schleier am Himmel und machte meine ersten Fotos – mit toller Unterstützung von Karina. Später kamen wir in einen kleinen Schneesturm und ich hatte schon fast die Hoffnung auf starke Nordlichter aufgegeben, als wir schließlich bei einem weiteren Stopp unglaubliches Glück hatten! Das Wetter ändert sich in Norwegen immer sehr schnell! Der Himmel war inzwischen wieder sternenklar und die Nordlichter tanzten über uns am Himmel in den Farben grün und lila. Ich konnte gar nicht so schnell gucken und fotografieren wie die Lichter sich veränderten. Es war atemberaubend! Das muss man erlebt haben! Gegen ein Uhr kam ich zwar müde, aber immer noch total aufgedreht wegen den Erlebnissen in dieser Nacht wieder am Schiff an.

Am nächsten Tag erkundete ich Tromsø auf eigene Faust, fuhr zunächst mit der Seilbahn auf den Storsteinen, den Hausberg Tromsøs. Von oben bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge. Das Wetter änderte sich immer wieder sehr schnell, sodass die Berge in den Wolken verhüllt waren und nach ein paar Minuten wieder von der Sonne angestrahlt wurden. Zurück in der Stadt besichtigte ich die Eismeerkathedrale und schlenderte noch ein wenig durch die Fußgängerzone.

Im nächsten Hafen Alta, dem nördlichsten Hafen der Reise, schlenderte ich durch das 12.000-Einwohner-Städtchen vorbei an der Nordlichtkathedrale und der Alten Kirche. Am Abend machte ich über AIDA einen Nordlicht-Ausflug, da wir wieder über Nacht im Hafen lagen. Nach einer Infoveranstaltung im Theater fuhren wir mit mehren Bussen zu einer Skipiste, wo wir uns in einer Hütte und an mehreren Lagerfeuern mit warmen Getränken aufwärmen konnten. Außerdem gab es Kuchen und weitere Snacks. Leider war es recht bewölkt, was natürlich die Chance auf Nordlicht-Sichtung stark minimierte. Aber nach einiger Zeit klarte der Himmel langsam auf und die Lichter tanzten wieder über uns. Auch wenn die Nordlichter nicht so stark waren wie die in Tromsø, waren sie dennoch beeindruckend und ich habe mein erstes Timelapse-Video gemacht. 

Auf der weiteren Reise südwärts erreichten wir die Vesterålen, eine Inselgruppe nördlich der Lofoten. Wir legten in Sortland an, von dort wurde ich vom privaten Anbieter Husky-Andøy abgeholt. Nach einer etwa einstündigen Fahrt durch die wunderschöne Landschaft erreichten wir die kleine Huskyfarm. Nach einer Führung über die Farm starteten die Schlittentouren machen. Wir waren nur zu acht und wechselten uns ab. Ich ließ den anderen den Vortritt und hatte so zunächst genug Zeit für einen kleinen Spaziergang zum Fjord, durch den kurze Zeit später ein Schiff der Hurtigruten fuhr. Das Wetter war wieder traumhaft, die Sonne strahlte und die schneebeckten Berge auf der anderen Seite des Fjords spiegelten sich im Wasser. Wunderschön! Ich genoss die Landschaft und beobachtete wie die Hurtigrute die Szenerie durchfuhr. Zurück an der Farm angekommen ging für mich ein weiterer Traum auf dieser Reise in Erfüllung. Ich machte eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch die Schneelandschaft. Die Fahrt war recht holprig und die Huskys teilweise mäßig motiviert, sodass wir ein paar Stopps machen mussten. Aber das alles schmälerte meine Euphorie kein bisschen. Der Tag war wunderschön!

Die darauffolgende Nacht war die letzte Nacht nördlich des Polarkreises. Auf dem Pooldeck fand trotz der Kälte eine ausgelassene Poolparty statt. Dazu wurde eine Lasershow geboten und – ein letztes Mal – tanzten die Nordlichter über uns!

Nach den ruhigen Tagen genoss ich es wieder in einer etwas größeren Stadt den Tag zu verbringen: In Trondheim. Ich erkundete die Stadt mit dem riesigen Nidarosdom, der roten Gamle Brücke und den berühmten bunten Häusern am Ufer der Nidelva zu Fuß.

Der letzte Hafen der Reise war Bergen, die regenreichste Stadt Europas. Nach so viel Glück mit dem Wetter im Norden Norwegens hielt das Glück leider nicht mehr an. Da es aber zuerst noch halbwegs trocken war und die Sicht vielversprechend, ging ich zuerst zur Station der Fløybahn und fuhr mit der Seilbahn auf den Berg. Ich genoss die Sicht von oben auf die Stadt. Als es sich kurze Zeit später zuzog und Nebel aufkam, fuhr ich wieder zurück in die Stadt. Nach einem Spaziergang durch die Fußgängerzone und das Hanseviertel Bryggen machte ich mich auf den Weg zurück zum Schiff.

Nach einem ruhigen Seetag erreichte das Schiff auch schon wieder den Hamburger Hafen und eine wunderbare Reise ging zuende.

 

Ich hätte es nie gedacht – gerade weil ich der totale Sommer-Fan bin – aber ich habe mich auf dieser Reise total in die norwegische Winter-Landschaft verliebt! Die verschneiten Fjorde und Städte und vor allem die faszinierenden Nordlichter haben es mir total angetan. Aber da Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen, möchte ich dir nun meinen Reisefilm zeigen:

 

7 Kommentare zu “Mein Reisefilm: Winter im hohen Norden mit AIDAcara

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